Thursday, February 9, 2012

Wer will da von Pisa reden – Unhaltbare Zustände auf Deutscher Schule

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Montag, Juni 30, 2008
Ein Beitrag aus der Kategoerie Aktuelles

Der Putz fällt von der Decke, die Toiletten sind im desolaten Zustand, so dass die Schüler sich ihre Notdurft lieber verkneifen. Die Klassenstärke ist bereits auf weit über 30 Schüler angestiegen, Schüler müssen abgelehnt werden und es herrscht Lehrer-Notstand, wohl auch aus psychischen Gründen bei diesem unerträglichen Umfeld. Nein, dies ist kein Spendenaufruf für ein Hilfsprojekt in Mauretanien, sondern es handelt sich hier um eine ganz “normale” Realschule im Schwäbischen Schömberg.

Schon seit Jahren prangern Eltern und Lehrer die unhaltbaren Zustände an der Realschule Schömberg in Baden-Württemberg an. Einerseits sind es die renovierungsbedürftigen Klassenzimmer und Sanitärräume, andererseits vor allem der Bildungsnotstand aufgrund fehlender Lehrer. Bekanntlich wird die schlechte Schulbildung in Deutschland mit der Pisa-Studie immer wieder verpönt, aber offensichtlich erkennt niemand die Gründe für das Bildungsdefizit unserer Schüler.

Wenn ständig Unterrichtsstunden ausfallen oder notdürftig von Hilfspersonal geleitet werden und das Niveau innerhalb der Mitschüler stark variiert, ist es kein Wunder, dass die Zeugnisse der jungen Generation mangelhaft ausfallen, wie es sich Eltern, aber auch Politiker nicht gewünscht haben. Es ist bekannt, dass es auf freie Lehrerstellen in Baden-Württemberg in diesem Jahr über 4.000 Bewerber gibt, die sich wieder um eine andere Anstellung in benachbarten Bundesländern, im Ausland oder anderen Branchen bemühen müssen. Spätestens mit dem Beginn des neuen Schuljahres im September wird die Personalbesetzung an den Schulen dann wieder mehr als mangelhaft sein, wie man schon jetzt zuverlässig weiß.

Die Eltern tun was sie zu leisten in der Lage sind und führen selbst zusammen mit Lehrern und Schüler Reparaturmaßnahmen am Gebäude und Schulinventar durch. Ansässige Firmen, die über die aktuelle Situation erschüttert sind, unterstützen die Maßnahmen so gut es geht. Das aktuellste Ereignis, was den Zorn von Schülern und Lehrern wachrief, ist die Verriegelung der Fenster in den Schulräumen. Da kein Geld für neue Fenster vorhanden ist, war das die einzige Maßnahme, damit sich Schüler (wohl aufgrund der miserablen Zustände) nicht aus dem Fenster stürzen können. Unfassbar, denn während der Sommerhitze steigt das Thermometer in den Klassenzimmern auf über 40 Grad. Da vergeht Schülern wie auch Lehrern der Spaß an Bildung.

Nur wer ist überhaupt verantwortlich für diese subversiven Sparmaßnahmen? Es ist unmöglich Entscheider in der Politik auf dieses Problem ausreichend aufmerksam zu machen, denn einer schiebt es auf den anderen oder die Sorgen werden einfach ignoriert. Die Eltern rufen deshalb zu einer Demonstration auf, am Freitag, dem 11. Juli 2008 um 17.00 Uhr auf dem Marktplatz von 72355 Schömberg und hoffen dabei auf große Teilnahme.

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